Ein Zenkloster entspricht in gewissem Sinne einer Trainingsstätte, in der Meditationsübungen mit einer beträchtlichen Menge an manueller Arbeit abwechseln. Die Studenten solcher Schulen widmen sich besonders der Kunst und dem Handwerk, vor allem der Malerei, Kalligraphie, Gartenarbeit, Architektur und der Tee-Zeremonie. In Japan kommen häufig Schwertfechten (Kendo), Bogenschießen (Kyudo) und Jiu-Jitsu hinzu.

Zen – Gärten – Die japanische Landschaft bietet dazu eine eigenartige intensive Entsprechung. Das sieht man nicht nur in den aus Kieseln bestehenden, steinbeherrschten Zen-Gärten Kyotos, sondern auch unter den wilden Kirschblüten am Biwasee wie in den Bergklöstern über der mittelalterlichen Stadt Himeji. Nirgendwo wird die Verbindung zwischen Umwelt und Geist, zwischen Natur und Selbsterfahrung so deutlich wie hier.

Der im Osten überall anzutreffende Gebrauch des Tees verdankt seine Beliebtheit im wesentlichen den Zenisten, die seine anregende Wirkung bei ihren oft nachts geübten Meditationen sehr zu schätzen wussten.

Die Zenmalerei schöpft in erster Linie aus der Natur: Vögel, Gräser, Felsen und Berge in einem Stil, der ein Maximum an Technik mit einem Minimum an Planung und Überlegung vereint.
Die chinesischen Tuschezeichnungen der Sung-Dynastie (960-1280) zählen zu den besten künstlerischen Werken der Zen-Schule.
Japanische Maler wie Sesshu, Sesson Shukei und Jasoku schufen Bilder, die die Naturbetrachtung des Zen zum Ausdruck brachten.

Die Versform des haiku
verdankt ihre Entstehung ebenfalls dem Zen.

Vergleiche:
Das Zen – Bewusstsein wird oft mit einem Spiegel verglichen. Der Spiegel ist ganz ich-los und erinnerungslos. Wenn eine Blume kommt, dann reflektiert er die Blume, wenn ein Vogel kommt, dann spiegelt er den Vogel wider. Er zeigt einen schönen Gegenstand schön und ein hässlichen Gegenstand hässlich. Alles wird so enthüllt wie es ist. Der Spiegel hat weder unterscheidenden Geist noch Selbst-Bewusstsein. Wenn etwas auftaucht, dann gibt es der Spiegel wider. Wenn es verschwindet, dann lässt es der Spiegel eben verschwinden.

Damit ist gemeint, dass das Zen nicht versucht, Dinge in künstlich vorgeplante Strukturen einzufügen. Er beurteilt Schönheit und Hässlichkeit nicht nach der Werteskala des Geschmacks.