Als erstes sollte man sich unbedingt klar machen, dass die Meditation im Buddhismus nichts mit einem Trancezustand zu tun hat. Eine Person, die sich in Trance befindet, nimmt nicht wahr, was um sie herum geschieht, daher auch die erstaunlichen Leistungen, die gewisse Yogimeister mit ihrem Körper vollbringen können.

Bei der Meditation im Buddhismus hingegen wird man sich der Dinge umso bewusster, da der Geist nicht jedem Sinneseindruck und jedem Gedanken nachjagt. Das Bewusstsein wird geschärft, ist jedoch gleichzeitig von jeder Form des Festhaltens und Anhaftens befreit.

Wir neigen zu der Annahme, dass wir in wachem Zustand alles bewusst wahrnehmen. Wie viel tatsächlich zwischen uns und einem wachen Bewusstsein steht, erkennen wir dabei nicht.

Ständig lassen wir uns durch Radio, Fernsehen, Zeitung, Filme und unablässige Grübeleien ablenken, sodass unser Geist unentwegt beschäftigt ist. Wir haben uns daran gewöhnt ständig „unterhalten“ zu werden.

Lieber beschäftigen wir uns mit allen möglichen Ablenkungen, statt zu erkennen, wie die Dinge wirklich sind und was, als Konsequenz daraus, für uns wichtig ist. Wichtig ist die Tatsache, dass unsere Wahrnehmung durch unsere Sinne und unsere ganz persönliche Prägung getrübt ist. Wir müssen die hektische Aktivität unserer Gedanken abstellen und uns dadurch die Möglichkeit geben zu erkennen, was tatsächlich geschieht.

Im Buddhismus fördert man die Meditation nicht durch angenehme Klänge und beruhigende Vorstellungen von sich selbst in einer schönen Umgebung. Derartige Übungen sind nützlich, um sich auf schnelle Art und Weise von großem Stress zu erholen, aber stets handelt es sich dabei nur um eine zeitweilige Flucht. Im Grunde stellen diese populären Formen der Meditation nur eine weitere Strategie dar, um sich wieder einmal der Realität einer Situation entziehen zu können.

Wollen wir erfahren worum es sich bei Meditation tatsächlich handelt, müssen wir uns mit der korrekten Übersetzung des Wortes bhavana beschäftigen. Das aus dem Sanskrit kommende Wort bedeutet Entfaltung oder Kultur, geistige Entfaltung, geistige Kultur. Gemeint ist geistiges Yoga, und zwar deutlich unterschieden von dem rein körperlichen Yoga.

In der buddhistischen Meditation wird die Kontrolle des Geistes entfaltet, und zwar die Kontrolle des eigenen Geistes. Diese ist so wichtig, weil der Geist den Weg bestimmt, den der Körper beschreitet, zum Guten wie zum Schlechten. Die buddhistische Meditation hilft vor allem jenen, die erkennen wollen, worum es im Leben geht und warum sich die Dinge auf eine bestimmte Weise ereignen.