Zen ist der chinesische Weg zum buddhistischen Ziel, die Welt so zu betrachten, wie sie ist, ohne ihr eigene Ideen oder Gefühle hinzuzufügen. Diese Haltung des „Nicht-Geistes“ entspricht einer Bewusstseinsstufe, auf der die Gedanken vorbeifließen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Im Gegensatz zu anderen buddhistischen Richtungen lässt diese Ebene sich in der Philosophie des Zen nicht durch eine allmähliche Praxis erlangen, sondern muss sich direkt und plötzlich in einer Art Erleuchtungserlebnis äußern. Der Zen lehnt daher sowohl Theorien als auch spirituelle Übungen ab.

Zen ist streng und fast bilderlos. Selbst die Buddha-Statue gilt nur als ein Stück Holz oder Metall. Zen ist der schwarzweiße Umkreis der Selbsterfahrung des versunkenen Sitzens in klarer Konzentration. Das soll ohne Streben, ohne Erwartung von Nutzen erfolgen!

Zen ist nicht Offenbarung, sondern Bewusstsein, nicht Botschaft sondern Innesein. Daraus folgt, dass Christen ebenfalls Zen praktizieren können, denn jenseits von Glaubensinhalten zielt Zen auf das direkte Erlebnis des Seins. Die richtige Weise, Zen zu studieren, besteht darin, die äußere Schale zu durchdringen und den inneren Kern zu kosten, der nicht definiert werden kann. Dann erkennt man klar die Wirklichkeit in sich selbst, über die gesprochen wird.